„DER BEDARF IST DA!“ — Ein Beitrag in der GZ Goldschmiede Zeitung

„DER BEDARF IST DA!“ — Ein Beitrag in der GZ Goldschmiede Zeitung

Manchmal führt ein Post zu spannenden Begegnungen — so ist auch die Journalistin Christel Trimborn über Social Media auf uns aufmerksam geworden. Sie wollte wissen, wie unser Projekt entstanden ist, warum es so gut ankommt und was bei uns in der Werkstatt passiert. Da haben wir natürlich gerne ein bisschen erzählt:



„DER BEDARF IST DA!“

Seit 15 Jahren gibt es die Berliner Initiative Coopgold. Interessierte können hier unter professioneller Anleitung erste Goldschmiede-Schritte machen oder auch ihre handwerklichen Fähigkeiten vertiefen. Die Nachfrage ist groß.

Aus welcher Idee heraus Coopgold 2010 gegründet wurde? „Unsere Motivation und unser Wunsch ist es, das Goldschmiedehandwerk zu erhalten und stets zu erneuern“, sagt Manuel Fritz, der gemeinsam mit Sven Mahnkopf zu den Gründungsmitgliedern der Initiative gehört. Bis heute leiten die beiden Goldschmiede gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern die Einrichtung im Aufbau Haus in Berlin-Kreuzberg mit großzügig ausgestatteten Werkstätten für zwölf Teilnehmer.

Zum festen Coopgold-Team gehören fünf Kursleiter, die die Teilnehmer der regelmäßig stattfindenden Basiskurse anleiten, sowie durchaus namhafte externe Experten für spezielle Workshops. Hier stehen beispielsweise Sonderkurse zu Themen wie Emaillieren (Nora Kovats), Edelsteinfassen (Bianka Kotikawaththa), Ziselieren (Gabriele Hinze), Filigran (Susanne Matsché) oder Sandguss (Lars Hegny) auf dem Programm. Regelmäßig sofort nach der Terminbekanntgabe ausgebucht sind die besonders beliebten Workshops zum Thema „Broschieren“ von Daniela Malev. „Wir hatten sogar schon Teilnehmer, die extra für den Kurs aus Australien angereist sind“, sagt Manuel Fritz.

Nicht zuletzt seitdem Coopgold seine Social-Media-Aktivitäten professionalisiert hat, sind nicht nur die Sonderkurse, sondern auch die Basis-Angebote zum Thema Goldschmieden stark nachgefragt. Die wöchentlich stattfindenden Einheiten umfassen acht Termine, in denen die Grundlagen des Goldschmiedehandwerks vermittelt werden — von Sägen, Feilen, Walzen und Biegen bis hin zu Schmieden, Glühen und Löten. Am Ende können die Teilnehmer ein eigenes Schmuckstück gestalten und herstellen. „Manche Teilnehmer kommen jahrelang — einfach aus Freude am Handwerk und am Gestalten“, so Fritz.

Eine weitere Beobachtung haben die Kursleiter gemacht: Gerade junge Leute nutzen das Angebot, um sich über die eigenen Fähigkeiten klar zu werden. Umso mehr freut sich das Gründerduo über engagierten Nachwuchs auch in den eigenen Reihen: „Wir sind besonders happy über junge und zugleich richtig gute Goldschmiedinnen und Goldschmiede, die als Kursleiter für Coopgold arbeiten und ganz neue, frische Angebote mitbringen!“

Finanziert wird Coopgold übrigens aus eigenen Mitteln (Kursgebühren), die zum Teil in die Werkstatt und Ausstattung reinvestiert werden. „Manchmal haben wir aber auch großes Glück und bekommen beispielsweise Werkzeuge oder Mobiliar aus einem Goldschmiedeatelier, einem Dentallabor oder einer Zahnarztpraxis zur Verfügung gestellt, die aus Altersgründen schließen müssen“, berichtet Sven Mahnkopf. „Solche Geschenke nehmen wir natürlich dankend entgegen!“

Ein Beitrag von Christel Trimborn für die GZ Goldschmiede Zeitung